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·5 min read·LegacyShield Team

Deine Steam-Bibliothek ist Tausende wert — und deine Familie kann sie nicht erben

Du hast jahrelang eine Spielebibliothek auf Steam, PlayStation und Xbox aufgebaut. Aber digitale Spiele können nicht vererbt werden. Die versteckten Kosten des digitalen Gamings.

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Dir gehören deine Spiele nicht

Hier ist etwas, worüber die meisten Gamer nie nachdenken: Diese Steam-Bibliothek mit 400 Spielen? Dir gehört kein einziges davon.

Du besitzt eine Lizenz, sie zu spielen. Diese Lizenz ist nicht übertragbar. Und wenn du stirbst, erlischt sie mit dir.

Das ist keine juristische Fußnote, die nie durchgesetzt wird. Es ist das grundlegende Prinzip der digitalen Spieleverteilung. Steam, PlayStation, Xbox, Nintendo, Epic — jede große Plattform funktioniert so. Du mietest Zugang zu Spielen, für die du den vollen Preis bezahlt hast.

Die Zahlen sind erschreckend

Das durchschnittliche Steam-Konto enthält etwa 90 Spiele. Bei ernsthaften Gamern sind es oft 300 bis 500. Bei einem Durchschnittspreis von 15 € pro Spiel repräsentiert selbst eine bescheidene Bibliothek 1.350 € an Käufen. Engagierte Sammler? 5.000 bis 10.000 € sind keine Seltenheit.

Rechne PlayStation Plus-Abonnements dazu, Xbox Game Pass, In-Game-Käufe, seltene Skins und DLC-Sammlungen. Ein Leben lang Gaming kann leicht fünfstellige Ausgaben bedeuten.

Jetzt stell dir vor, einer trauernden Familie zu erklären, dass all dieser Wert einfach verschwindet.

Was die Plattformen wirklich sagen

Steam (Valve): Das Steam-Abonnementvertrag ist eindeutig. Dein Konto ist nicht übertragbar. Wenn du stirbst, können deine Spiele nicht weitergegeben werden. Valve hat kein Erbschaftsverfahren, keine Legacy-Kontakt-Funktion und keine Ausnahmen.

PlayStation (Sony): Dieselbe Geschichte. PSN-Konten sind an eine Person gebunden und nicht übertragbar. Alle digitalen Käufe sind weg.

Xbox (Microsoft): In der Theorie etwas weniger streng. Microsoft schließt Konten nach zwei Jahren Inaktivität. Es gibt kein formales Erbschaftsverfahren, aber manche Familien berichten von Erfolg über den Kundendienst.

Nintendo: Dein Nintendo-Konto ist persönlich und nicht übertragbar. Digitale eShop-Käufe können nicht auf ein anderes Konto übertragen werden.

Die deutsche Rechtslage

Deutschland hat in Sachen digitales Erbe eine der wegweisendsten Entscheidungen Europas getroffen. 2018 urteilte der Bundesgerichtshof (BGH), dass ein Facebook-Konto wie ein Brief behandelt und von der Familie geerbt werden sollte (Az. III ZR 183/17).

Aber — und das ist entscheidend — dieses Urteil bezog sich auf soziale Medien, nicht auf Gaming-Plattformen. Es wurde nie auf Steam, PlayStation oder andere Spieledienste ausgedehnt.

Das deutsche Erbrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB, §§ 1922 ff.) sieht eine Gesamtrechtsnachfolge vor: Erben treten in alle Rechtspositionen des Verstorbenen ein. Theoretisch sollte das auch digitale Verträge umfassen. Praktisch stoßen Erben aber auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) der Plattformen, die eine Übertragung ausschließen.

Für Expats in Deutschland wird es noch komplizierter. Steams AGB unterliegen dem Recht des US-Bundesstaats Washington. Das deutsche Erbrecht hat begrenzte Reichweite, wenn Server und Unternehmenssitz in den USA liegen.

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, alle digitalen Konten zu dokumentieren und einem Bevollmächtigten zugänglich zu machen. Aber eine rechtliche Garantie, dass Steam-Spiele vererbt werden können, gibt es derzeit nicht.

Das "Teile einfach das Passwort"-Problem

Die meisten Gamer denken, ihre Familie kann sich einfach einloggen. Technisch funktioniert das vielleicht kurzzeitig. Aber es ist ein Kartenhaus.

Zwei-Faktor-Authentifizierung über das Handy des Verstorbenen? Erste Hürde. Steam Guard-E-Mails an eine unzugängliche Adresse? Zweite Hürde. Und selbst wenn jemand reinkommt, verstößt er gegen die Nutzungsbedingungen.

Die Plattform kann Konten sperren, wenn sie ungewöhnliche Aktivitätsmuster erkennt. Ein Familienmitglied, das sich von einem anderen Land oder Gerät einloggt, kann genau das auslösen.

Was du tun kannst

Du kannst Steams AGB nicht ändern. Aber du kannst dafür sorgen, dass deine Gaming-Investitionen nicht komplett verloren gehen.

Dokumentiere deine Konten. Jede Plattform, jeder Login, jede verknüpfte E-Mail. Einschließlich Steam Guard-Wiederherstellungscodes und PSN-Anmeldedaten.

Speichere Zugangsdaten sicher. Nicht in einer Textdatei auf dem Desktop. In einem verschlüsselten Tresor, den eine Vertrauensperson öffnen kann, wenn dir etwas zustößt.

Erfasse den Wert deiner Bibliothek. Dienste wie SteamDB können den Gesamtwert deiner Steam-Bibliothek berechnen. Mach einen Screenshot. Diese Dokumentation könnte wichtig werden, wenn sich digitale Erbschaftsgesetze weiterentwickeln.

Denke an In-Game-Vermögenswerte. CS2-Skins, seltene Fortnite-Accounts, MMO-Charaktere mit wertvoller Ausrüstung — manche davon haben echten Geldwert.

Sprich mit deiner Familie. Wenn deine Bibliothek Tausende von Euro wert ist, verdient deine Familie es zu wissen.

Schütze dein digitales Leben

LegacyShield bietet einen sicheren, verschlüsselten Tresor für all deine digitalen Kontoinformationen — Gaming-Plattformen, Streaming-Dienste, Finanzkonten, alles. Bestimme Vertrauenskontakte, die nur dann Zugang erhalten, wenn es nötig ist.

Schütze dein digitales Erbe noch heute — denn deine Spielebibliothek verdient mehr als ein Verfallsdatum in den AGB.

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