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·7 Min. Lesezeit·LegacyShield Team

Die 5 häufigsten Fehler bei der Nachlassplanung für Expats (und wie Sie diese vermeiden)

Ein Leben im Ausland verkompliziert Ihr rechtliches und digitales Erbe. Von der EU-Erbrechtsverordnung bis hin zu vergessenen digitalen Vermögenswerten: Hier sind die Top 5 Fehler.

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Die Expat-Falle: Warum Ihr Testament aus der Heimat oft nicht ausreicht

Ein Umzug ins Ausland ist ein Abenteuer, aber er schafft auch ein rechtliches und administratives Minenfeld. Für Millionen von Expats, die in Europa leben, ist „Heimat“ ein fließender Begriff – das Gesetz hingegen ist jedoch sehr statisch.

Die meisten Expats gehen davon aus, dass ihr Testament aus dem Heimatland weiterhin gültig ist oder dass sie in ihrem Gastland noch nicht genug besitzen, um sich Sorgen machen zu müssen. Das ist ein Irrtum. Tatsächlich bringt das Leben als Expat zusätzliche Komplexitätsebenen mit sich, die dazu führen können, dass Ihre Familie von Konten ausgesperrt wird oder jahrelang in grenzüberschreitenden Rechtsstreitigkeiten feststeckt.

Hier sind die fünf häufigsten Fehler bei der Nachlassplanung für Expats und wie Sie diese vermeiden können.


1. Ignorieren der EU-Erbrechtsverordnung (EUErbVO)

Wenn Sie in der EU ansässig sind, ist dies das wichtigste Gesetz, von dem Sie wahrscheinlich noch nie gehört haben. Nach der EU-Erbrechtsverordnung (Nr. 650/2012) unterliegt Ihr gesamter Nachlass grundsätzlich dem Recht des Staates, in dem Sie zum Zeitpunkt Ihres Todes Ihren „gewöhnlichen Aufenthalt“ hatten.

Der Fehler: Die Annahme, dass automatisch das Recht Ihres Heimatlandes gilt. Wenn Sie als Deutscher in Spanien oder als Österreicher in Italien leben, könnte Ihr Nachlass standardmäßig nach spanischem oder italienischem Recht behandelt werden. Dies kann zu „Pflichtteilsregeln“ führen, die vorschreiben, dass Sie einen bestimmten Prozentsatz Ihres Vermögens an bestimmte Verwandte vererben müssen, unabhängig von Ihren Wünschen.

Die Lösung: Sie können in Ihrem Testament eine „Rechtswahl“ treffen und festlegen, dass das Recht Ihres Heimatlandes (Ihrer Staatsangehörigkeit) für Ihren Nachlass gelten soll. So stellen Sie sicher, dass Ihr Vermögen nach den Regeln verteilt wird, mit denen Sie vertraut sind.

2. Die „digitale Grenze“ vergessen

Als Expat ist Ihr digitales Leben oft über mehrere Gerichtsbarkeiten verstreut. Sie haben vielleicht ein Bankkonto in Deutschland, ein Aktiendepot in den USA und einen Cloud-Speicherdienst in Irland.

Der Fehler: Zu glauben, dass ein klassisches Papiertestament Ihr digitales Leben abdeckt. Die meisten herkömmlichen Testamente berücksichtigen nicht, dass digitale Vermögenswerte den Nutzungsbedingungen (ToS) der Anbieter unterliegen und nicht nur dem Erbrecht. Wenn Sie sterben, hat Ihre Familie zwar vielleicht das rechtliche Erbe, aber keinen technischen Weg, um die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) oder verschlüsselte Passwörter zu umgehen.

Die Lösung: Sie benötigen einen digitalen Nachlassplan. Das bedeutet, dass Sie Ihre kritischen Konten identifizieren und einen sicheren Zero-Knowledge-Tresor wie LegacyShield nutzen, um sicherzustellen, dass Ihre Hinterbliebenen die erforderlichen Zugangscodes und Anweisungen erhalten.

3. Vertrauen auf „informelle“ Absprachen

Expats verlassen sich oft auf einen „vertrauten Freund“ in der Heimat oder einen Ehepartner, der sich im Notfall „einfach einloggt“.

Der Fehler: Dies ist oft illegal und technisch riskant. Viele Plattformen (wie Google oder Apple) betrachten das Teilen von Passwörtern als Verstoß gegen ihre Bedingungen. Wichtiger noch: Wenn diese Person das Telefon mit der Authenticator-App verliert oder wenn die Plattform nach Ihrem Tod einen Login von einer neuen IP-Adresse erkennt, könnte das Konto für immer gesperrt werden.

Die Lösung: Nutzen Sie offizielle „Nachlasskontakt“-Funktionen, wo immer diese verfügbar sind, aber ergänzen Sie diese durch einen zentralen, verschlüsselten Ort für alle Ihre „Schlüssel zum Königreich“.

4. Missachtung grenzüberschreitender steuerlicher Komplikationen

Die Erbschaftssteuer ist innerhalb der EU nicht harmonisiert.

Der Fehler: Nicht zu erkennen, dass Sie möglicherweise in beiden Ländern besteuert werden. Zum Beispiel betrachtet Deutschland Sie oft noch für bis zu fünf (oder bei Wegzug in Niedrigsteuerländer sogar zehn) Jahre nach dem Umzug als unbeschränkt steuerpflichtig, während Ihr Gastland Sie ebenfalls besteuern möchte.

Die Lösung: Konsultieren Sie einen Spezialisten für internationales Erbrecht und Steuerrecht. Während LegacyShield die Dokumenten- und Zugangsseite regelt, ist eine professionelle Steuerberatung unerlässlich, um sicherzustellen, dass Ihre Erben nicht mit einer massiven, unerwarteten Steuerrechnung belastet werden.

5. Fehlende Anweisungen für die „Übergangsphase“

Wenn Sie in einem fremden Land sterben, muss Ihre Familie in der Heimat oft eine fremde Bürokratie in einer Sprache bewältigen, die sie vielleicht nicht spricht.

Der Fehler: Keine „Roadmap für Hinterbliebene“ zu hinterlassen. Wissen sie, wo der Mietvertrag ist? Wissen sie, wie sie Ihren lokalen Arbeitgeber oder die Versorgungsunternehmen kontaktieren können? Wissen sie, wo Ihr digitales „Leben“ gespeichert ist?

Die Lösung: Erstellen Sie ein „Digitales Notfall-Kit“. Dieses sollte enthalten:

  • Eine Liste aller lokalen und internationalen Bankkonten.
  • Kontaktinformationen von Vermieter, Arbeitgeber und einem lokalen Anwalt.
  • Anweisungen zum Umgang mit Ihren sozialen Medien und E-Mails.
  • Zugriff auf Ihre wichtigsten Dokumente (Testamente, Versicherungen, Immobilienunterlagen).

Übernehmen Sie heute die Kontrolle

Ein Leben im Ausland bedeutet Freiheit, aber diese Freiheit sollte nicht auf Kosten der Seelenruhe Ihrer Familie gehen. Die Einstellung „mir wird schon nichts passieren“ ist der größte Fehler von allen.

Als Expat ist Ihr Erbe mehr als nur Geld – es sind die Daten, Erinnerungen und Zugänge, die Ihre Familie braucht, um weitermachen zu können.

Lassen Sie Ihre Familie nicht in einem fremden Rechtssystem allein. Starten Sie noch heute kostenlos Ihre digitale Nachlassplanung bei LegacyShield und stellen Sie sicher, dass Ihr Erbe geschützt ist, egal wo auf der Welt Sie sich zu Hause fühlen.

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