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·5 Min. Lesezeit·LegacyShield Team

Digitaler Ehevertrag für Expat-Paare: Wem gehören eure gemeinsamen Cloud-Assets?

Expat-Paare in Deutschland teilen Cloud-Speicher, Krypto-Wallets und gemeinsame Abonnements — planen aber selten, was mit diesen Vermögenswerten bei Trennung oder Tod passiert. Warum ihr einen digitalen Ehevertrag braucht.

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Das Gespräch, das die meisten Expat-Paare nie führen

Ihr seid zusammen nach Deutschland gezogen. Ihr habt ein gemeinsames Konto bei der Deutschen Bank oder Commerzbank eröffnet, die Miete geteilt und eure Netflix-Profile zusammengeführt. Irgendwann hat einer von euch Bitcoin gekauft. Der andere hat eine gemeinsame Google Drive für Familienfotos eingerichtet. Ihr zahlt zusammen für iCloud-Speicher, in dem fünf Jahre an Erinnerungen schlummern.

Jetzt stell dir vor: Einer von euch stirbt plötzlich. Oder ihr trennt euch.

Wem gehören die Fotos? Wer verwaltet die Krypto-Wallet? Wer bekommt die Domain? Wenn ihr beide Expats seid, die unter deutschem Recht leben — einem Recht, das möglicherweise ganz anders ist als das eures Heimatlandes — lautet die Antwort mit großer Wahrscheinlichkeit: Niemand weiß es.

Das ist das Gespräch, das die meisten Expat-Paare nie führen. Und es ist eines der wichtigsten Gespräche, die ihr je führen müsst.

Digitale Vermögenswerte sind echte Vermögenswerte

Es fühlt sich vielleicht abstrakt an. „Cloud-Speicher" klingt nicht nach einer Erbschaftsangelegenheit. Aber schau mal, was dort wirklich liegt:

  • Kryptowährungen und NFTs — möglicherweise Tausende von Euro wert
  • Domainnamen und Webseiten — besonders wenn ihr gemeinsam etwas aufgebaut habt
  • Geteilte Fotobibliotheken — unersetzliche Familienerinnerungen
  • Gemeinsame kreative Arbeiten — Manuskripte, Musik, Designs, Code-Repositories
  • Abonnementdienste — Spotify, Amazon-Konten mit jahrelanger Kaufhistorie
  • Affiliate- und Werbeeinnahmen-Konten — mit echtem Geld darin
  • E-Mail-Archive — mit Verträgen, Korrespondenz und Finanzdaten

Als Expat-Paar erstrecken sich diese Vermögenswerte oft über mehrere Länder, Rechtssysteme und Währungen. Das deutsche Erbrecht — geregelt im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) — kann etwas ganz anderes vorschreiben als die Regelungen in eurem Heimatland.

Das verborgene Eigentumsproblem

Hier liegt der Kern des Problems: Die meisten Plattformen erkennen gemeinsames Eigentum rechtlich nicht an.

Euer gemeinsames Google-Konto? Googles Nutzungsbedingungen besagen, dass das Konto demjenigen gehört, auf dessen Namen es eingetragen ist. Stirbt diese Person, hat der Partner keinen automatischen Anspruch auf Zugang — selbst wenn ihr es seit zehn Jahren gemeinsam genutzt habt.

Die gemeinsam gefüllte Krypto-Wallet? Wenn der private Schlüssel nur auf einem Namen lautet oder auf einem Gerät gespeichert ist, kann der andere möglicherweise nie auf diese Mittel zugreifen — weder nach dem Tod noch nach einer Trennung.

Deutsche Gerichte haben bereits Fälle verhandelt, in denen überlebende Partner aus gemeinsamen digitalen Konten ausgesperrt wurden. Das Ergebnis hängt stark davon ab, ob ihr verheiratet seid, ob ihr einen Ehevertrag habt und welche Dokumentation vorhanden ist.

Ehe löst es nicht automatisch

Viele Expat-Paare glauben, dass die Ehe sie schützt. Sie hilft — aber weniger als man denkt.

Das deutsche Güterrecht kennt als gesetzlichen Normalfall den Zugewinngemeinschaft: Jeder Ehepartner behält sein eigenes Vermögen, aber der Zugewinn während der Ehe wird bei Beendigung ausgeglichen. Das bedeutet: Eine Google Drive, die vor der Ehe eingerichtet wurde, gehört möglicherweise vollständig dem Inhaber des Kontos.

Anders als in vielen Ländern gibt es in Deutschland auch das sogenannte Berliner Testament — ein gemeinschaftliches Testament, das Ehepartner gemeinsam verfassen und sich gegenseitig als Alleinerben einsetzen. Doch selbst das Berliner Testament regelt keine digitalen Vermögenswerte explizit, solange diese nicht namentlich aufgeführt sind.

Für unverheiratete Paare — unter Expats häufig anzutreffen — ist die Situation noch heikler. Ohne eine Partnerschaftsvereinbarung (Partnerschaftsvertrag oder Lebenspartnerschaftsvertrag) haben unverheiratete Partner kaum automatische Rechte auf die digitalen Vermögenswerte des anderen.

Was ein digitaler Ehevertrag beinhaltet

Ein digitaler Ehevertrag — oder eine Partnerschaftsvereinbarung mit digitaler Klausel — ist ein rechtliches Dokument, das explizit festlegt, wem was in eurem gemeinsamen digitalen Leben gehört.

Er sollte folgendes umfassen:

Inventar digitaler Vermögenswerte: Eine Liste aller bedeutenden digitalen Konten, Wallets, Abonnements und kreativen Werke — wer besitzt was und in welchem Verhältnis bei gemeinsamem Eigentum.

Zugriffsregelungen: Wer hat (oder kann erhalten) Zugang zu Anmeldedaten, Wiederherstellungsschlüsseln und Zwei-Faktor-Authentifizierungsgeräten im Todesfall oder bei Geschäftsunfähigkeit.

Regelung bei Tod: Was mit jedem Vermögenswert passiert, wenn einer von euch stirbt — geht er an den anderen? In die Erbschaft? Gibt es besondere Wünsche (z. B. eine Fotobibliothek löschen, ein Kreativprojekt an eine Stiftung spenden)?

Regelung bei Trennung: Wer bekommt was bei einer Scheidung — und wer übernimmt laufende Abonnements oder Domainregistrierungen.

Überprüfungsklausel: Eine Verpflichtung, das Dokument alle zwei bis drei Jahre zu aktualisieren, da sich euer digitales Leben ständig verändert.

Das ist keine kalte juristische Übung. Es ist ein Gespräch über das, was ihr gemeinsam aufgebaut habt — und sicherzustellen, dass ihr beide geschützt seid.

Die internationale Dimension

Wenn ihr beide Expats seid oder wenn einer von euch Deutscher ist und der andere nicht, kommt eine zusätzliche Komplikation hinzu: Welches Landesrecht gilt?

Nach der EU-Erbrechtsverordnung (Brüssel IV) gilt in der Regel das Recht des Landes, in dem die verstorbene Person ihren gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Digitale Vermögenswerte auf amerikanischen Plattformen (Google, Apple, Coinbase) werden jedoch oft durch US-amerikanisches Recht oder die eigenen Nutzungsbedingungen der Plattform geregelt.

Ein Expat, der in Deutschland stirbt, kann deutsches Recht für seine physischen Vermögenswerte, britisches Erbrecht für sein britisches Konto und kalifornisches Recht für sein Apple-Konto unterliegen. Ohne explizite Dokumentation kann es für den hinterbliebenen Partner Jahre dauern, das zu entwirren.

Handelt jetzt — bevor ihr es braucht

Die unbequeme Wahrheit: Die meisten Paare denken darüber erst nach, wenn etwas schiefläuft. Ein Gesundheitsschreck. Eine beinahe Trennung. Ein Freund, der jung starb und seinen Partner im Chaos zurückließ.

Wartet nicht auf diesen Moment.

Ein digitaler Ehevertrag ist kein Zeichen von Misstrauen. Es ist ein Akt der Fürsorge. Es bedeutet: Ich liebe dich genug, um sicherzustellen, dass du, wenn das Schlimmste passiert, nicht gestrandet, verwirrt oder von unserem gemeinsamen digitalen Leben ausgesperrt bist.

Beginnt damit, alle gemeinsamen digitalen Vermögenswerte aufzulisten. Führt das Gespräch darüber, wem was gehört und was ihr beide damit möchtet. Geht dann zu einem Notar in Deutschland, um es rechtssicher zu machen.

Und bewahrt alles — den Vertrag, die Kontodaten, die Wiederherstellungsschlüssel — an einem Ort auf, den ihr beide erreichen könnt und den Vertrauenspersonen finden können, wenn es nötig ist.

LegacyShield wurde genau dafür gebaut: ein Zero-Knowledge-verschlüsselter Tresor, in dem Expat-Paare gemeinsame Anmeldedaten, unterzeichnete Vereinbarungen und Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Menschen aufbewahren können, die sie am dringendsten benötigen werden.

Starte heute deinen kostenlosen Tresor — denn euer gemeinsames digitales Leben verdient denselben Schutz wie alles andere, was ihr aufgebaut habt.

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