Back to notes
·8 min read·LegacyShield Team

Ruhende Bankkonten in Europa: Wohin geht dein Geld nach deinem Tod?

Nach wie vielen Jahren erklären europäische Banken dein Konto als ruhend? Was passiert mit deinem Geld, wenn du stirbst und niemand es beansprucht? Ein vollständiger Ländervergleich.

Ruhende BankkontenNachlass BankkontenGeld erben DeutschlandEuropäische Bankgesetze Dormanz

Dein Geld Sitzt Jetzt Irgendwo in einer Bank—Aber Was Passiert, Wenn es Niemand Weiß?

Stell dir vor: deine Mutter stirbt. Sie hatte Ersparnisse in drei Ländern—Deutschland, Spanien und den Niederlanden. Aber keines ihrer Kinder weiß, bei welchen Banken sie Konten hatte, oder ob es ruhende Konten gab, die nie in ihr Testament aufgenommen wurden.

Jetzt stell dir vor, dass du Jahre warten musst, Dutzende von Banken anrufen musst, gegen Sprachbarrieren und bürokratische Mauern ankämpfen musst, nur um herauszufinden, dass die Bank nach einer bestimmten Zeit der Untätigkeit bereits ihre Ersparnisse auf den Staat übertragen hat.

Dieses Albtraum-Szenario ist in ganz Europa häufig. Milliarden Euro sitzen in ruhenden Konten—Geld, das rechtmäßig Familien gehört, aber von Staatsschätzen aufgesogen wurde oder als "nicht eingefordertes Vermögen" erklärt wurde, weil niemand wusste, dass man es einfordern konnte.

Was Passiert, Wenn ein Bankkonto Ruhend Wird?

Ein ruhendes Konto ist eines, auf dem über einen längeren Zeitraum keine Aktivitäten stattgefunden haben—keine Einzahlungen, keine Abhebungen, keine angeforderten Kontoauszüge. Die Länge dieses Zeitraums variiert zwischen den Ländern erheblich, weshalb es hier komplex wird.

In den meisten europäischen Ländern kann eine Bank ein Konto nach 3 bis 10 Jahren Untätigkeit als ruhend erklären. Aber was danach passiert, ist dort, wo Expats und trauernde Familien überrumpelt werden.

Wenn ein Konto ruhend wird:

  1. Die Bank kann das Versenden von Kontoauszügen einstellen. Du erfährst nichts vom Kontobestand, es sei denn, du suchst aktiv danach.
  2. Gebühren sammeln sich an. Manche Banken berechnen Kontoführungsgebühren auf ruhenden Konten, die den Kontostand allmählich aufzehren.
  3. Das Geld kann überwiesen werden. In einigen Ländern wird das Geld an eine Staatsbehörde oder ein Vermögensregister übertragen.
  4. Deine Familie weiß nicht Bescheid. Wenn der Verstorbene das Konto nie erwähnte, ist es für immer aus ihrem Gedächtnis verschwunden.

Land-für-Land-Übersicht

Deutschland: Nach 3 Jahren Geht Dein Geld ins "Limbo"

In Deutschland kann eine Bank ein Konto nach 3 Jahren Untätigkeit als ruhend erklären. Nach deutschem Bankrecht (§ 676h BGB) muss die Bank dann angemessene Anstrengungen unternehmen, um den Kontoinhaber zu kontaktieren.

Aber hier liegt das Problem: Wenn der Kontoinhaber verstorben ist und niemand vom Konto weiß, sendet die Bank einen Brief an die zuletzt bekannte Adresse. Wenn es keine Antwort gibt (und wie könnte es eine von einer verstorbenen Person geben?), kann die Bank das Geld an die Deutsche Bundesbank überweisen oder das Konto einfrieren.

Was Expats wissen sollten: Stelle sicher, dass deine deutsche Bank deine korrekte Kontaktinformation hat—oder besser noch, benachrichtige sie im Voraus über deinen Nachlass durch einen vertrauten Testamentsvollstrecker. Viele deutsche Banken verlangen eine formelle Sterbeurkunde und Erbdokumente, bevor Gelder freigegeben werden.

Frankreich: Der Albtraum des Notars

Frankreich hat besonders verwickelte Regeln. Das französische Bankrecht verlangt, dass Ruhe nach 5 Jahren Untätigkeit erklärt wird. Frankreich hat jedoch eine zusätzliche Ebene: die Caisse des Dépôts et Consignations (CDC), eine staatliche Einrichtung, die nicht eingefordertes Vermögen hält.

Wenn eine französische Bank ein ruhendes Konto identifiziert, friert sie das Geld nicht einfach ein. Je nach Kontotyp kann das Geld auf die CDC übertragen werden. Nach der Übertragung muss deine Familie einen formellen Antrag stellen und umfangreiche Unterlagen bereitstellen—Sterbeurkunden, Erbdokumente, Vermögensnachweise der Verwandtschaft.

Die CDC kann Gelder auf unbestimmte Zeit halten, aber Familien wissen oft nicht, dass sie dort nachsehen sollten. Viele ruhende Konten in Frankreich werden Jahrzehnte später entdeckt, oder überhaupt nicht.

Was Expats wissen sollten: Registriere dein französisches Konto in der FICOBA-Datenbank (Fichier des Comptes Bancaires). Nach deinem Tod sollte dein Testamentsvollstrecker sofort deine französische Bank und die CDC kontaktieren, um die Übertragung ruhender Gelder zu verhindern.

Spanien: Die 10-Jahres-Regel Und Spaniens Register Für Nicht Eingefordertes Vermögen

Spanien folgt einer 10-jährigen Ruheperiode—die längste in den meisten Teilen Europas. Dies bedeutet aber nicht, dass dein Geld sicher ist. Nach 10 Jahren müssen spanische Banken nicht eingefordertes Vermögen an die Banco de España (spanische Zentralbank) oder das AECA-Register (Asociación Española de Cajas de Ahorros) übertragen.

Nach der Übertragung müssen Familien Ansprüche über bestimmte Kanäle einreichen. Das Verfahren ist undurchsichtig, und viele spanische Familien erfahren nie, dass ruhende Konten existierten.

Was Expats wissen sollten: Wenn du als Expat in Spanien lebst, halte deine Adresse bei der Bank aktuell. Benachrichtige das Notariat deiner Region von deinem Nachlassplänen, damit deine Erben durch den Prozess der Rückforderung nicht eingeforderter Vermögenswerte geleitet werden können.

Italien: Verwirrung Zwischen Bankguthaben und "Giacenza"

Italien hat eine 5-Jahres-Regel für ruhende Konten, aber das italienische System ist verwirrend, weil es überlappende Regelungen gibt. Nicht eingefordertes Bankguthaben (genannt "giacenza") kann von Erben direkt bei der Bank oder durch die Agenzia delle Entrate (italienische Steuerbehörde) eingefordert werden.

Die Herausforderung: Viele italienische Erben wissen nicht, welche Behörde die Gelder hält. Banken übertragen einige ruhende Konten an den Staat, während andere auf unbestimmte Zeit bei der Bank bleiben.

Was Expats wissen sollten: In Italien nutze einen commercialista (beeidigter Buchhalter), der mit Erbrecht vertraut ist. Sie wissen, welche Banken Guthaben an Staatsbehörden übertragen haben, und können in deinem Namen Ansprüche einreichen.

Portugal: 20 Jahre, Bis die Bank Handelt

Portugal hat eine der längsten Ruheperioden in Europa: 20 Jahre. Das bedeutet, dass dein portugiesisches Bankkonto zwei Jahrzehnte lang unberührt bleiben kann, bevor die Bank handeln muss.

Während dies einen Aufschub bietet, bedeutet es auch, dass Familien Konten oft völlig vergessen. Portugiesisches Erbrecht ist komplex, und viele Expat-Familien wissen nicht, dass sie nach alten Konten suchen sollten.

Was Expats wissen sollten: Registriere dich bei Portugals Unidade de Informação e Regulação da Financeira (UIRF), die Aufzeichnungen über nicht eingefordertes Vermögen führt. Nach deinem Tod sollte dein Testamentsvollstrecker dieses Register sofort durchsuchen.

Das Expat-Problem: Mehrere Länder, Mehrere Regeln

Als Expat könntest du Konten haben in:

  • Deinem Heimatland
  • Deinem Wohnland
  • Ländern, in denen du früher gearbeitet hast
  • Ländern, in denen du zeitweise gewohnt hast

Jedes Land hat unterschiedliche Ruheregeln, unterschiedliche Benachrichtigungsanforderungen und unterschiedliche Behörden, die nicht eingefordertes Vermögen verwalten.

Deine Familie steht vor:

  • Sprachbarrieren: Benachrichtigungen über Ruhe kommen in Sprachen, die sie nicht sprechen.
  • Bürokratische Komplexität: Jedes Land hat unterschiedliche Formulare, Anforderungen und Behörden.
  • Zeitdruck: Einige Länder haben kurze Fristen, um nicht eingefordertes Vermögen einzufordern, bevor es endgültig an den Staat übertragen wird.
  • Nachweisanforderungen: Jedes Land kann unterschiedliche Dokumente verlangen (Sterbeurkunden, Erbdokumente, genealogische Überprüfung).

Wie Schützt Du Deine Familie Jetzt?

  1. Erstelle ein Inventar aller Konten. Liste alle Bankkonten auf, die du hältst, in jedem Land, mit Kontaktdaten der Bank, Filialadresse und Kontonummer. Bewahre das an einem sicheren, zugänglichen Ort für deinen Testamentsvollstrecker auf.

  2. Sorge für aktive Kontaktpflege. Richte regelmäßige Transaktionen oder Logins auf Konten ein, die du behalten möchtest. Manche Banken betrachten sogar vierteljährliche Logins als "Aktivität".

  3. Benachrichtige Testamentsvollstrecker schriftlich. Erzähle deinem Testamentsvollstrecker (in einem Brief, den er nach deinem Tod erhält), welche Banken er sofort nach deinem Tod kontaktieren sollte. Gib Kontodetails und einen Zeitplan für Maßnahmen an.

  4. Nutze einen digitalen Nachlassplanungsdienst. Dienste wie LegacyShield speichern dein Finanzinventar sicher zusammen mit Anweisungen für deinen Testamentsvollstrecker, damit deine Familie nicht nach Konten suchen muss.

  5. Registriere dich bei Vermögensregistern für nicht Eingefordertes. In Frankreich (CDC), Portugal (UIRF) und anderen Ländern kannst du deine Konten registrieren, damit deine Familie sie einfordern kann. Einige Länder haben Online-Register, bei denen du dich vorher registrieren kannst.

  6. Hol professionelle Hilfe. Wenn du Konten in mehreren Ländern hast, stelle einen Anwalt oder Buchhalter ein, der mit grenzüberschreitender Nachlassplanung in Europa vertraut ist.

Die Quintessenz: Handele Heute

Dein ruhendes Konto ist nicht sicher. Es wird langsam von Bankgebühren, bürokratischen Übertragungen und Staatsschätzen aufgesogen. Deine Familie weiß nichts davon, und nach deinem Tod wird sie nicht wissen, wo sie nachschauen sollte.

Sorge noch heute in 30 Minuten dafür:

  • Liste alle deine Konten auf.
  • Notiere die Ruheregeln für jedes Land.
  • Erzähle deinem Testamentsvollstrecker, wo diese Informationen zu finden sind.
  • Bewahre alles sicher auf, wo deine Familie es finden kann.

Sichere deinen vollständigen finanziellen Nachlass mit LegacyShield ab — weil dein Geld deiner Familie gehört, nicht dem Staat.

§ Custody begins

Place your documents in custody — free.

Zero-knowledge encryption, designated heirs, EU-only infrastructure.

Open a vault